Posts mit dem Label Imker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Imker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Juni 2020

Bienenwachs - Baustoff jeder Bienenwabe

Bienenwachs ist der Baustoff jeder Bienenwabe. Man kennt das Innere eines Bienenstocks gut und weiß, dass Honig, Propolis und Bienenwachs sehr wertvoll sind. Besonders aus dem Bienenwachs lassen sich praktische und brauchbare Dinge machen, z.B. Kerzen, Schmuckanhänger, Figuren. Weitere neue Ideen gibt es diesmal zum Nachmachen.



Interview mit den Imkern Dora Pitzl und Kurt Kern aus Hainsdorf-Brunnsee


Wie lange widmet Ihr Euch schon der Imkerei?

Kurt: Inzwischen sind es neun Jahre. Begonnen haben wird 2011 und es macht noch immer Spaß wie im ersten Jahr.

 

Wie seid Ihr eigentlich zum Imkern gekommen?

Dora: In meiner Kindheit hat mein Vater in Glojach schon Bienen gehalten und dort habe ich schon begeistert mitgearbeitet.

 

Welche Ausbildung habt Ihr dazu gemacht?

Kurt: Den 14 tägigen Grundkurs der Imkerschule in Graz haben wir zum Start besucht und momentan sind wir beide gerade in der Facharbeiterausbildung. 

Die theoretischen Kurse, zwei mal ein Woche, ist abgeschlossen. Auf Grund der Covid-19 Situation ist der praktische Teile momentan on Hold. Hoffentlich geht es aber bald weiter.


 

Wieviele Bienenvölker betreut Ihr momentan auf Euren Bienenständen ?

Dora: Wir sind gerade vom Bienenstand gekommen, derzeit sind es 49 Völker, die wir betreuen.

 

Was ist die Herausforderung bei den Bienen im Frühsommer bzw. im Sommer für Euch?

Dora und Kurt: Die Schwarmverhinderung steht bei den Völkern momentan im Fokus neben den wöchentlichen Standarbeiten sowie den Vorbereitungen zur Honigernte mit Ende Juni bis in den Juli hinein. 

Mit Ende Juli bzw. Anfang August steht das Thema Varroabekämpfung im Mittelpunkt unserer Arbeit bei den Völkern.

 

Ihr beabsichtigt auf die Bioimkerei umzusteigen. Was bedeutet das für Euch bzw. was muss man beim Thema Wachs beachten!

Dora und Kurt: Wir stehen schon mit unseren Völkern teilweise im Naturschutzgebiet und für uns ist es wichtig noch naturnäher zu imkern. Da Wachs ein ausgezeichneter Langzeitspeicher ist, kann man dort über viele Jahre hinweg eventuelle Schadstoffbelastungen durch u.a. EU-zugelassene Varroabekämpfungsmedikamente nachweisen.

Im Zuge der zukünftigen Biozertifizierung ist ein Austausch des handelsüblichen “normalen” Wachses notwendig. Wir sind nun seit fünf Jahren im Umstellungsprozess und tauschen sämtliche Völker auf rückstandsfreies Wachs. Nach der Zertifizierung ist ua. nur mehr Wachs mit Biozertifikat zulässig.

Einfacher und kostengünstiger wäre es gewesen, wenn wir es ganz am Anfang bei sehr wenigen Völkern gemacht hätten.



 

Bienenwachs, ein vielseitiges und kostbares Naturmaterial

 

Eine begeisterte Natur- bzw. grüne Kosmetik Rührerin freut sich ganz besonders mit Hilfe von natürlichen Rohstoffen Körperpflegeprodukte von Kopf bis Fuß für den Eigenbedarf herzustellen.

Auch in der Naturkosmetik werden Wachse verwendet  (z.B. Wollwachs, Bienenwachs, Beerenwachs, Jojobawachs). Das bekannteste ist wohl das Bienenwachs und ist somit wertvoller Bestandteil hochwertiger Cremen und Balsame. Bienenwachs hat eine leicht emulgierende und  konservierende Eigenschaft. Hautpflegeprodukte mit Bienenwachs schützen die Haut vor Austrocknung, machen sie weich und elastisch.

 

Rezept für ca. 5 Lippenpflege-Stifte oder Döschen

.      
Tipp: die Rezeptur eher nicht reduzieren, da, je kleiner die Schmelzmasse desto schneller wird sie fest und lässt sich nicht gut ausgießen, aber Lippenbalsam ist mindestens ein Jahr haltbar.

 

 

·         30g Öl (gutes Oliven- oder Sonnenblumenöl aus der Küche)

·         10g Bienenwachs

·         1/2 TL Honig  (wenn vorhanden)

     

Öl und Bienenwachs in ein hitzebeständiges Glas oder Emailkännchen (kleines Marmeladeglas,         Glasmessbecher) einwiegen und ins Wasserbad stellen, unter rühren das Wachs sanft schmelzen ( ca. 60°C).

Glas herausnehmen (wer möchte den Honig dazu rühren) und sofort abfüllen.

Die Döschen oder Stifte nach dem Erkalten verschließen, eventuell im Kühlschrank aushärten lassen.



 

Bienenwachstücher

 

Wer gerne Spaß beim Ausprobieren hat, kann als nächstes ein praktisches Bienenwachstuch herstellen. Dafür wird aus einem Baumwollstoff (altes Hemd oder Geschirrtuch) ein Stück in beliebiger Größe ausgeschnitten. Dann vermischt man ca. 2 EL fein geriebenes Bienenwachs mit 1 EL Jojobaöl und verteilt diese Mischung auf dem Tuch. Zwischen zwei Backpapieren darf es dann gebügelt werden, das Wachs schmilzt unter der Hitze und verteilt sich gleichmäßig auf dem Stoff. Du kannst gleich mehrere Tücher in verschiedenen Größen herstellen. Sie ersetzen Plastikfolie und Alufolie - sind somit biologisch, natürlich und recourcenschonend. Das Tuch ist jahrelang haltbar und kann jederzeit neu aufgebügelt werden.

 

Damit es der Natur und besonders unseren Bienen gut geht, darf jeder in seinem eigenen Garten ein kleines Bienenparadies schaffen. Das gelingt durch Artenvielfalt, mit einfach-blühenden Pflanzen das ganze Jahr hindurch, Nektarangebot am Ackerrain und Blühstreifen am Gartenzaun.



Doris Maier, dipl. Kräuterpädagogin, Heidi Weißenbacher, dipl. Aromafachberaterin und Klaus Seidl, Imker


Diesen Artikel bzw. Fotos kannst Du gerne für deine Gemeinde/Stadt-, Kindergarten- bzw. Schulzeitung o.ä. verwenden.

 


Sonntag, 10. November 2019

Herrscht wirklich winterliche Ruhe im bienenfreundlichen Naturraum?


Wer sich jetzt ein wenig Zeit bei einer guten Tasse Kräutertee nimmt und dabei sein Vogelhaus im Auge behält, kann viele Singvögel bei der Fütterung beobachten. 

Die Klassiker unter Ihnen sind der Hausspatz, die Amsel und auch verschiedene Meisenarten. Je nach Standort taucht auch ein Wintergoldhähnchen oder ein Buntspecht gerne in der Nähe auf. Rotkehlchen & Grünfinken sind nicht ganz selten in unserer Region und freuen sich auch über die Futtergabe.


Wintergoldhähnchen

Rezept für eine Futterhäferl:

·         150 g Kokosfett
·         1 EL Pflanzenöl
·         120 g verschieden Samen, Körner usw. (Sonnenblumen, Haferflocken, Hirse, Sesam, Hagebutten, Nüsse, getrocknete Beeren, Apfelscheiben usw.)



Zubereitung: Fett & Öl ganz sanft schmelzen, Körner/Samen untermischen und in das Häferl einfüllen


Was tut sich nun bei den Wildbienen in der Winterzeit


 Die meisten europäischen Wildbienen sind sogenannte Solitärbienen und bilden keinen Staat wie unsere Honigbiene. Viele dieser Arten haben Ihre Brutnester in getrocknete Pflanzenstengel oder auch Spalten von Totholz abgelegt und die Nachkommen werden im Frühjahr das Versteck verlassen. 

Hummeln und Holzbienen überwintern in Nisthöhlen in Hohlräumen von Bäumen, Totholzhaufen oder auch in deinem alten Dachboden oder Stadl bzw. in der Gartenhütte.

Aber auch Komposthaufen und Laubhaufen sind ein wichtiger Bestandteil für die Überlebensstragie dieser Tiere. 

Neben den Wildbienen nutzen auch andere Arten solche Überwinterungsplätze, wie z.B. Igel oder Erdkröten.

Also habe Mut zur Unordnung in deinem Garten und gönne diesen Mitbewohnern solche Plätze und werden auch Du NaturRaum-Ermöglicher.

Schauen wir dem Imker über die Schulter 


Ganz im Gegenteil zu den Wildbienen bilden Honigbienen in den Beuten (=Bienenstock) eine sogenannte Wintertraube. In der Mitte der Traube sitzt die Königin und die Bienen “heizen” diese Traube mit Kontraktion der Flugmuskel auf. Die an der Außenseite der Traube sitzenden Bienen drängen ins Innere, wenn es den Tieren zu kalt wird und die inneren Bienen wandern in den Außenbereich. Somit ist eine ständige Bewegung in der Traube. Je kälter die Umgebungstemperatur umso enger sitzt diese Traube. 

Der “Treibstoff” für diese Bienenheizung ist der eingelagerte Honig bzw. das eingefütterte Zuckerwasser. So wandert nun diese Traube entlang den Futterwaben, damit immer genug Brennstoff für die Bienen in unmittelbarem Zugriff ist.

Würde man nun so einen Bienenstock im Winter durch starke Bewegungen bzw. starkes Klopfen in Unruhe bringen, könnte das den Tod des Volkes bedeuten, da die Bienentraube vom Futter getrennt wird.

Legt man jedoch ein Ohr an die Beute, hört man das feine Summen der Bienen. Dein Imker des Vertrauens in der Region ermöglicht Dir vielleicht dieses Erlebnis, sprich ihn darauf einmal an.

Und falls es Dir draußen zu kalt ist, hier ein virtueller Liveblick auf einen Bienenstand - http://hausimkerei-seidl.magix.net/beecam.htm


Da die Bienen während der tiefen Temperatur den Stock nicht verlassen können, müssen die Tiere auch die Stoffwechselprodukte im Enddarm aufbewahren und so lange warten, bis wärmere Temperaturen ein Verlassen des Stocks erlauben.

Bei diesem dann anstehenden sogenannten Reinigungsflug regnet es kleine braune Flecken, über dies sich schon manche/r Hausfrau/-mann gewundert hat, wenn gerade weiße Wäsche zum Trocknen im Freien hängt.

Bienen beim Reinigungsflug

Zu guter Letzt:


Bei meinen Trainingsläufen  komme ich immer wieder in die Situation, dem einen oder anderen Wildtier zu begegnen und zu beobachten - also “Natur pur”. 


Ein Grund mehr für Dich einen ausgedehnten Winterspaziergang zum machen - auf geht´s!


Klaus Seidl, Imker und Doris Maier, dipl. Kräuterpädagogin

Diesen Artikel und die Fotos kannst Du gerne für deine Gemeinde- oder Schulzeitung o.ä. verwenden

Wer ist (Bienen)freundlicher NaturRaum?

Welches Ziel verfolgen wir? Wofür stehen wir? Das Netzwerk (Bienen)freundlicher NaturRaum ist eine offene, unabhängige Plattform für den...